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Auf dieser Seiten und den dazugehörigen Unterseiten möchte ich auf einige Besonderheiten zum Thema Hund eingehen, über die leider wenig nachgedacht wird, die ich aber für überaus wichtig halte.

Unvorstellbar

Vor einiger Zeit rief mich eine Frau an, ob ich einen Welpen in der Vermittlung hätte der keine Stuhlbeine anfressen würde. Ich habe ihr empfohlen, sich bei Karstadt in der Spielzeugabteilung umzusehen.

Bitte holen Sie vor Anschaffung des Hundes, falls erforderlich, die Genehmigung Ihres Vermieteres oder Ihrer Eigentümergemeinschaft ein !!

Welpen und Junghunde

Berufstätige Menschen sollten sich keinen Welpen anschaffen! Welpen brauchen, während ihrer aktiven Phasen (d.h. wenn sie nicht schlafen)ihre Bezugsperson um sich herum. Sie müssen während der ersten Wochen öfters gefüttert werden und, um sie stubenrein zu bekommen, natürlich auch öfter nach draußen gebracht werden. Sie benötigen mehr Aufmerksamkeit und Zeit für Spiel, Spaß und Erziehung. Welche Mutter würde ihr Baby mehrere Stunden alleine lassen? Verlassene Welpen können sich zu Problemhunden entwickeln, weil sie in der wichtigsten Zeit ihres Lebens nicht die nötige Aufmerksamkeit bekommen haben. Dies gilt auch für Junghunde im besten, ich will es mal Pflegelalter nennen, d.h. im Alter von ca. bis zu 2 Jahren.

Wenn Sie z.B. vormittags arbeiten und nachmittags zuhause sind, sollten Sie sich auf keinen Fall einen Welpen sondern, aus Vernunftsgründen, einen Hund im Alter ab ca. 3 Jahre aufwärts anschaffen.

Hunde sollten in der Regel nicht mehr als max. 4 Stunden alleine gelassen werden. Für Berufstätige bedeutet das: morgens ca. 1 Stunde vor der Arbeit für den Hund übrig zu haben, um mit ihm einen entspannten Spaziergang zu machen und ihn in Ruhe versorgen zu können, ehe sie zur Arbeit fahren. Wind und Wetter spielen dabei keine Rolle. Bei Krankheit des Hundes heißt es natürlich Urlaub zu nehmen, um Zeit für Tierarztbesuche und die nötige Pflege zu haben.

Für die älteren Menschen unter Ihnen

Bitte überlegen Sie die Anschaffung eines Welpen gut. Nach Möglichkeit sollte der Mensch den Hund überleben und nicht umgekehrt. Es ist eine Qual für einen alten Hund ins Tierheim abgeschoben zu werden (meistens bleiben sie dort für den Rest ihres Lebens) oder sich an ein neues Zuhause gewöhnen zu müssen. Muß es denn unbedingt ein Welpe sein? Und wenn ja, dann bitte nur, wenn von vornherein geklärt ist wer den Hund übernimmt, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für ihn sorgen können.

Zeitaufwand

Wenn man nicht täglich 3-4 Stunden Zeit für seinen Hund erübrigen kann und nicht bereit ist, auf viele andere Dinge seines Lebens zu verzichten (Kinobesuche, Neujahrsfeiern, Geburtstagsfeiern und vieles mehr), sollte man sich erst gar keinen Hund anschaffen. Hunde sind denkende und fühlende Lebewesen. Ich halte es für absolut verantwortungslos sich einen Hund anzuschaffen, nur weil der Nachbar auch einen hat und ihn nur dann unter dem Tisch hervorzuholen, wenn einem mal gerade nach Hundesteicheln zumute ist. Auch hier gilt das Motto: welche Mutter würde das mit ihrem Kind machen? Verhaltensprobleme bei unseren vierbeinigen Freunden kommen nicht einfach angeflogen, sie sind in ersten Linie die Folge von Unverständnis und falscher Haltung. Zu viele Hunde werden wegen Verhaltensproblemen ins Tierheim abgeschoben und vegetieren dort den Rest ihres Lebens, als schwer vermittelbar, dahin. Das eigentliche Problem liegt in der Regel an der anderen Seite der Leine. Wer nicht täglich die notwendige Zeit für einen eigenen Hund hat tut gut daran, doch ab und an mit einem Hund aus dem Tierheim spazieren zu gehen und dort oder bei einer der vielen Tierschutzorganisationen die Patenschaft für ein Tier zu übernehmen.

Kosten

Vor Anschaffung eines Hundes sollten Sie sich überlegen, ob Sie finanziell in der Lage sind die Kosten für Hundesteuer, Versicherung, Impfungen, Tierarzt und artgerechte Fütterung aufzubringen (ein Hund ist kein Müllschlucker und Restevertilger). Welpen aus schlechten Hobbyzuchten (davon gibt es leider viel zu viele) oder von Massenvermehrern können die Kosten für Tierarzt und Medikamente oder Operationen gewaltig in die Höhe treiben.

Allgemeine Überlegungen vor der Anschaffung

Ehe Sie sich einen Hund anschaffen sollten Sie sich überlegen, welcher Hund zu Ihrer Lebensweise paßt. Sind Sie z.B. ein aktiver, sportlicher Mensch, so möchten Sie bestimmt einen Hund haben, mit dem Sie Ihre Aktivitäten gemeinsam erleben können. Ruhigere Menschen, ohne sportliche Ambitionen, sollten sich z.B. nicht unbedingt einen Bordercollie oder Terrier zulegen. Die Interessen von Hund und Mensch sollten zueinander passen. Außerdem: nicht jede Hunderasse ist für Hundeanfänger geeignet.

Und es stellt sich auch die Frage nach dem Umfeld in dem Sie wohnen. Große Hunde sollten in einer Parterrewohnung gehalten werden. Der Grund ist einfach und logisch nachvollziehbar: sollte der Hund im Alter die Treppenstufen nicht mehr bewältigen können, wird es Ihnen wahrscheinlich nicht möglich sein, einen 30-70 kg schweren Hund täglich mehrmals die Stufen zu Ihrer Wohnung rauf und runter zu tragen (gerade größere Hunde haben im Alter oft Probleme mit dem Treppensteigen). Überlegen Sie bitte vorher, ob Sie in einem solchen Fall, zugunsten Ihres Hundes, zu einem Wohnungswechsel bereit sind.

Ganz wichtig ist auch das Thema: wo lasse ich den Hund im Urlaub!? Auch darüber sollten Sie sich rechtzeitig Gedanken machen. Ideal ist es natürlich, wenn Sie Ihren Hund mitnehmen können, ein Nachbar oder Freund ihn für diese Zeit übernimmt. Gut geführte Hundepensionen haben ihren Preis.

Seltsam finde ich es immer wieder, wenn sich Menschen einen Hund zulegen, obwohl sie genau wissen, daß in ihrem Haushalt eine Person unter einer Allergie gegen Hundehaare oder ähnlichem leidet. Ein Lebewesen ist kein Versuchskaninchen und in der Regel gibt es dann ganz schnell einen Tierheiminsassen mehr, was man, mit etwas Überlegung, hätte vermeiden können.

B. Schollbach
b.schollbach@angsthunde.de